Modelle und Methoden im Führungstraining

Die Grundfrage dieses Seminars lautet: “Wie lassen sich die Modelle und Methoden der Kommunikationspsychologie mit den Themen von Führungskräften in Seminaren oder Workshops sinnvoll verbinden?”

Angehende und – vor allem – “gestandene” Führungskräfte stellen für den/die Kommunikationstrainer/in eine besondere Herausforderung dar. Ihre langjährige Praxiserfahrung und die vertraute Vormachtstellung in ihrem Verantwortungsbereich haben vielfach zur Folge, dass sie besonders anspruchsvolle Teilnehmer sind. Der “grauen” Theorie oder manchen angebotenen “Spielchen” begegnen sie oft mit Skepsis und Ungeduld, zumal Zeit für sie besonders kostbar ist. Sich zu öffnen, eigene Schwierigkeiten und Entwicklungsbedarf
einzugestehen, fällt vielen Führungskräften, speziell unter dem Einfluss eines erhöhten Leistungsdrucks, zunehmend schwerer.

Diese Situation ist nicht mit rhetorischen “Überlebenstechniken” zu meistern. Vielmehr brauchen Trainer/innen von Führungskräften eine doppelte Substanz: Eine ausgereifte Vorstellung davon, wie die Zusammenarbeit von Trainern und Führungskräften in Seminaren aussehen kann (ausgereiftes Trainer-Rollenverständnis in Abhängigkeit vom Thema, vom Auftrag, vom eigenen Kompetenzprofil), zum anderen ein klares und zeitgemäßes Verständnis von “Führung” und den daraus abgeleiteten kommunikativen Schlüsselkompetenzen.

Dieses Seminar ist nicht für Führungskräfte, sondern für (angehende) Trainer von Führungskräften konzipiert! Für Führungskräfte bietet das Schulz von Thun Institut die Weiterbildungsreihe Kommunikation und Führung an.

Qualifikationsziele

  • Welche Leitvorstellung haben wir von einem “idealen” Führungsstil, und was bieten wir demzufolge an (Inhalte, Methoden)?
  • Mit welchem Rollenverständnis begegnen wir Trainer den “gestandenen Führungskräften”? Wie gestalten wir die Beziehung zu ihnen im Seminar (auch in Abhängigkeit vom Auftrag, vom Thema, vom Seminartyp, von der eigenen Qualifikation)?
  • Mit welchen Störungen und Widersprüchen müssen wir rechnen, oder oft auch – mit welchen überhöhten Erwartungen – und wie gehen wir damit professionell um?
  • Wie kann ein (für Prozesssteuerung, Beziehungsklärung und Teamentwicklung) nötiges “metakommunikatorisches Führungsverständnis” vermittelt werden?
  • Wie kann die Lehre von den menschlichen Unterschieden (nach Riemann-Thomann) speziell für Führungskräfte aufbereitet werden?
  • Wie kann die Modellvorstellung vom Inneren Team speziell für Führungskräfte aufbereitet werden? Welche Rolle spielt sie in Beratung und Training? Wie vollzieht sich “Selbsterfahrung” im professionellen Kontext?
  • Wie lassen sich Kommunikations-Training und Praxisberatung voneinander unterscheiden – aber auch miteinander verbinden?
  • Wie können wir den Menschen unter der Rollen-Uniform erreichen und zu einer heilsamen Lebensführung ermutigen?

Das Seminar ist so aufgebaut, dass wir vormittags thematisch voranschreiten und nachmittags Seminar-und Trainingsmethoden in der Arbeit mit Führungskräften exemplarisch erproben.

Vor- und Nachbereitung

Begleitlektüre: Miteinander reden: Kommunikationspsychologie für Führungskräfte und Impulse für Führung und Training, besonders J. Ruppel „Kommunikationspsychologe trifft auf Führungskraft – zur Begegnung zweier Welten“ S. 15-42 und F. Schulz von Thun „Bin ich ein Trainer? Persönliche Annäherung an eine zunehmend anspruchsvolle Rolle“ S. 163-203

Umfangreiche Nachbereitungsmaterialien bekommen Sie mit den Seminarunterlagen.

Termine für dieses Seminar

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